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<title>Weinberg</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Weinberg</span></h1>
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<p>Ein <b>Weinberg</b>, <b>Rebberg</b>, <b>Weingarten</b>, <b>Wingert oder Wengert</b><sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ist eine für den <a href="Weinbau" title="Weinbau">Weinbau</a> landwirtschaftlich genutzte Fläche in <a href="Steillagenweinbau" title="Steillagenweinbau">Steil</a>-, Hang- oder Flachlage. Mehrere aneinander liegende Einzelgrundstücke ergeben eine gemeinsame <a href="Lage_(Weinbau)" title="Lage (Weinbau)">Einzel-</a> oder <a href="Gro%C3%9Flage" class="mw-redirect" title="Großlage">Großlage</a> mit vergleichbaren Standortbedingungen, diese Lagen sind wiederum einem <a href="Weinbaugebiet" title="Weinbaugebiet">Weinbaugebiet</a> zugeordnet. Lagen und Weinbaugebiete stellen geographische Herkünfte dar und haben nur bedingt Aussagekraft über die Weinqualität. In der Regel bilden Weinberge mehr oder weniger geschlossene Flächenareale, die besonders in den nördlichen Anbaugebieten klimatische Vorzüge besitzen und schon lange weinbaulich genutzt werden. Einzelne Rebanlagen im Gelände werden als Streuweinberge bezeichnet. Sie liegen oft im klimatischen Grenzbereich oder sind letzte Zeugen eines früher sehr umfangreichen Weinbaus. Besonders steile und schwer zu bewirtschaftende Weinberge fallen vielerorts der <a href="Sozialbrache" title="Sozialbrache">Sozialbrache</a> anheim und verbuschen, man spricht von Zahnlückenbildung. Weinberge sind meist nach Süden oder Westen geneigt, um die Sonneneinstrahlung optimal zu nutzen.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aufbau_und_Nutzungszweck">Aufbau und Nutzungszweck</h2></div>
<p>Je nach Steilheit der Lage sind traditionelle Weinberge zur Verringerung der Hangneigung mit <a href="Trockenmauerwerk" title="Trockenmauerwerk">Trockenmauern</a> <a href="Terrasse_(Gel%C3%A4ndeform)" class="mw-redirect" title="Terrasse (Geländeform)">terrassiert</a>. Durch die <a href="Flurbereinigung" title="Flurbereinigung">Rebflurbereinigung</a> wurden viele historische Trockenmauern entfernt, um die maschinelle Bewirtschaftung zu erleichtern und die Zufahrt zu ermöglichen. Ein <a href="Weinbergsbrache" title="Weinbergsbrache">aufgelassener (nicht mehr bewirtschafteter) Weinberg</a> wird in der Winzersprache auch <i><a href="Driesche" title="Driesche">Driesche</a></i> genannt.
</p><p>Eine moderne, wirtschaftlich genutzte Weinbergsanlage dient heute in aller Regel nur zur Produktion von <a href="Weintraube" title="Weintraube">Weintrauben</a>, <a href="Tafeltraube" title="Tafeltraube">Tafeltrauben</a> oder <a href="Rosine" title="Rosine">Rosinen</a>. Gärtnerisch genutzte Rebenmischkulturen sind mit der Mechanisierung und Spezialisierung der Weinbaubetriebe zunehmend verschwunden. Vom Mittelalter bis etwa 1900 war es üblich, auch Obst, Gemüse und Kräuter auf derselben Fläche zur Eigenversorgung oder zur Vermarktung anzubauen, wobei die Rebe immer die Hauptfrucht darstellte. Zur weiteren Nebennutzung wurde das abgeschnittene Rebholz zum Heizen und entfernte Triebspitzen als <a href="Gr%C3%BCnfutter" class="mw-redirect" title="Grünfutter">Grünfutter</a> für Tiere verwendet, heute dienen diese organischen „Abfälle“ als wertvolle <a href="Humus" title="Humus">Humuslieferanten</a>. Auch herrscht heute der sortenreine Anbau vor, früher war es gebräuchlich, mehrere Sorten gemischt zu pflanzen, was man auch als <i>gemischten Satz</i> bezeichnet. Traditionelle Einzelpfahlsysteme, wie sie heute noch teilweise an der Mosel und anderen <a href="Steillagenweinbau" title="Steillagenweinbau">Steillagengebieten</a> vorzufinden sind, wichen der modernen Spaliererziehung am Drahtrahmen. Die Rebstöcke sind maschinengerecht angelegt, der Abstand der Rebzeilen ist gleichmäßig und beträgt in Direktzuglagen etwa 2 m, um Schmalspurtraktoren und <a href="Traubenvollernter" title="Traubenvollernter">Traubenvollernter</a> optimal einsetzen zu können. Die Stockabstände liegen bei 1 bis 1,20 Metern. Die Rebzeilen selbst verlaufen meist in senkrechter Linie zum Hang. Bei quer ziehenden Zeilen, die jeweils abgeböscht sind, spricht man von Querterrassierung, was besonders in sehr steilen Flächen eine Bewirtschaftung im Direktzug ermöglicht. Die Anzahl und Anordnung der Drähte, an denen die Rebtriebe aufgeheftet werden, beziehungsweise die zur Fixierung verholzter Fruchtruten dienen, hängt von der <a href="Reberziehung" title="Reberziehung">Erziehung</a> und dem Rankverhalten der einzelnen Rebsorten ab. Im senkrechten Drahtspalier ist die Halbbogen- oder Flachbogenerziehung üblich. Weitraumerziehungssysteme wie <a href="Hochkultur_(Weinbau)" title="Hochkultur (Weinbau)">Lenz-Moser-Anlagen</a> waren vor allem in den 1950er Jahren gängig, sind aber wegen qualitativer Nachteile und mangelnder Vollerntereignung wieder weitgehend verschwunden. Die Traubenzone ist nicht mehr so bodennah wie früher üblich, um eine rationellere Bewirtschaftung und bessere Abtrocknung der Trauben zu gewährleisten. Hohe Laubwände ermöglichen in den nördlichen Anbaugebieten eine hohe Assimilationsleistung, was letztlich zur besseren Zuckerproduktion in der Traube dient. Der maschinelle Laubschnitt und eine bessere Nährstoffversorgung der Reben durch Düngung ließen erst diese Qualitätsoptimierung zu.
</p><p>Als nicht weinbergsmäßige Bepflanzung gelten einzelne Rebzeilen als Einfriedung, Reben an Hauswänden oder <a href="Pergola" title="Pergola">Pergolenbegrünungen</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Genehmigungspflicht">Genehmigungspflicht</h2></div>
<p>Die Neuanlage von Weinbergen ist in allen EU-Ländern genehmigungspflichtig. In der Regel wird dies in Deutschland durch Landesverordnungen geregelt. Sofern der angebaute Wein nur dem Eigenverbrauch dient, ist eine Fläche bis zu einem <a href="Ar_(Einheit)" title="Ar (Einheit)">Ar</a> genehmigungsfrei (Hobbyanbau). Gegenwärtig gibt es in der EU einen Anbaustopp für neue Rebflächen. Es können lediglich in Einzelfällen <a href="Pflanzrecht" title="Pflanzrecht">Pflanzrechte</a> von aufgegebenen Flächen auf Flächen übertragen werden, die neu bestockt werden sollen. Voraussichtlich soll der Anbaustopp für Neuanlagen 2015<sup>[veraltet]</sup> aufgehoben werden. Tafeltraubenanlagen sind davon ausgenommen und können genehmigungsfrei erstellt werden.
</p><p>Rechtlich wird in Österreich eine Fläche als Weingarten bezeichnet, wenn mindestens eine Rebe auf einer Fläche von 6 Quadratmeter steht.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ökologie_und_Naturschutz"><span id=".C3.96kologie_und_Naturschutz"></span>Ökologie und Naturschutz</h2></div>
<p>Ziele eines <a href="Naturschutz" title="Naturschutz">Naturschutzes</a> im Weinbau sind unter anderem die Sicherung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes (Boden, Wasserhaushalt und Klima), der Erhalt der Nutzungsfähigkeit der Naturgüter, die Sicherung der Pflanzen- und Tierwelt und der Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft.<sup id="cite_ref-Artenvielfalt_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-Artenvielfalt-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Weinberge sind vom Menschen geschaffene <a href="Kulturlandschaft" title="Kulturlandschaft">Kulturlandschaften</a> und die mit am stärksten beeinflussten Agrarökosysteme.<sup id="cite_ref-Artenvielfalt_3-1" class="reference"><a href="#cite_note-Artenvielfalt-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Meist werden sie sehr intensiv bewirtschaftet.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und als <a href="Monokultur" title="Monokultur">Monokulturen</a> gesehen, andererseits sind sie aber auch bedeutende Rückzugsgebiete von Pflanzen und Tieren.<sup id="cite_ref-Neue_Arten_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-Neue_Arten-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sie bilden ein eigenes Ökosystem, denn zum Weinberg gehören nicht nur die Rebzeilen, sondern auch weitere Kulturlandschaftselemente wie <a href="Trockenmauer" class="mw-redirect" title="Trockenmauer">Trockenmauern</a>, Stützmauern, <a href="Steinriegel" title="Steinriegel">Steinriegel</a>, Raine und Hecken, welche auch das typische Landschaftsbild von durch Weinbau dominierten Landschaften entscheidend mitprägen.<sup id="cite_ref-Lebensraum_Weinberg_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-Lebensraum_Weinberg-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Durch die <a href="Flurbereinigung" title="Flurbereinigung">Flurbereinigung</a> in den 1960er und 1970er Jahren, der damit verbundenen Schaffung von größeren Parzellen und durch den in den letzten Jahrzehnten vermehrten Einsatz von Maschinen zur Bewirtschaftung der Weinberge änderten sich die Bedingungen. Trotzdem ist auch hier noch die Schaffung von <a href="%C3%96kologische_Nische" title="Ökologische Nische">ökologischen Nischen</a> möglich.<sup id="cite_ref-Naturerlebnis_7-0" class="reference"><a href="#cite_note-Naturerlebnis-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Weinberg kommt es zu kleinflächigen Lebensräumen mit unterschiedlichen <a href="Kleinklima#Mikroklima_(oder_Kleinklima)" class="mw-redirect" title="Kleinklima">kleinklimatischen</a> Bedingungen, in denen sowohl wärme- als auch schattenliebende Tiere und Pflanzen einen geeigneten Standort finden.<sup id="cite_ref-Lebensraum_8-0" class="reference"><a href="#cite_note-Lebensraum-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Oft finden sich dort seltene Tier- und Pflanzenarten mit mediterranem und kontinentalem Verbreitungsschwerpunkt.<sup id="cite_ref-Lebensraum_8-1" class="reference"><a href="#cite_note-Lebensraum-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<p>Typisch für den Weinberg ist seine sonnenexponierte Lage.<sup id="cite_ref-Reben_9-0" class="reference"><a href="#cite_note-Reben-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Gerade in den Steillagen, die eher <a href="Extensive_Landnutzung#Extensive_und_intensive_Landwirtschaft" class="mw-redirect" title="Extensive Landnutzung">extensiv</a> genutzt werden, in denen kaum Maschineneinsatz möglich ist und deren Untergrund trocken und steinig ist, finden sich die meisten Arten.<sup id="cite_ref-Neue_Arten_5-1" class="reference"><a href="#cite_note-Neue_Arten-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese Artenvielfalt umfasst auch seltene Vögel wie <a href="Bienenfresser_(Art)" title="Bienenfresser (Art)">Bienenfresser</a>, <a href="Stieglitz" title="Stieglitz">Distelfink</a> oder <a href="Neunt%C3%B6ter" title="Neuntöter">Neuntöter</a>, Wildbienenarten wie beispielsweise die Natternkopf-Mauerbiene, <a href="Reptilien" title="Reptilien">Reptilien</a> wie die <a href="Mauereidechse" title="Mauereidechse">Mauereidechse</a>, die <a href="Zauneidechse" title="Zauneidechse">Zauneidechse</a> oder die <a href="Schlingnatter" title="Schlingnatter">Schlingnatter</a> oder Pflanzen wie etwa die <a href="Weinbergs-Traubenhyazinthe" title="Weinbergs-Traubenhyazinthe">Weinbergs-Traubenhyazinthe</a><sup id="cite_ref-Lebensraum_Weinberg_6-1" class="reference"><a href="#cite_note-Lebensraum_Weinberg-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (siehe auch: <a href="Hackflora" title="Hackflora">Hackflora</a>). Trockenmauern, die sich im Sommer auf bis zu 70 Grad Celsius aufheizen können, bieten aufgrund ihrer vielen Ritzen und Spalten und der sich dort befindlichen Feinerde einen sehr speziellen Lebensraum, insbesondere für wärmeliebende Offenlandarten, speziell auch für seltene rebspezifische Wildkräuter wie beispielsweise die stark gefährdeten Zwiebelpflanzen der Weinbergslauch-<a href="Pflanzengesellschaft" title="Pflanzengesellschaft">Gesellschaft</a><sup id="cite_ref-Trockenmauern_10-0" class="reference"><a href="#cite_note-Trockenmauern-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Hier ist besonders die sehr selten gewordene <a href="Wilde_Tulpe" title="Wilde Tulpe">Wilde Tulpe</a> (Tulipa sylvestris) zu nennen<sup id="cite_ref-Neue_Arten_5-2" class="reference"><a href="#cite_note-Neue_Arten-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, die auf der <a href="Rote_Liste_gef%C3%A4hrdeter_Pflanzengesellschaften_Deutschlands_(Rennwald_2000)" title="Rote Liste gefährdeter Pflanzengesellschaften Deutschlands (Rennwald 2000)">Roten Liste</a> steht. Weitere charakteristische Pflanzengesellschaften sind außerdem die Mauerzimbelkrautflur und die Mauerpfeffer-Hauswurz-Flur.<sup id="cite_ref-Trockenmauern_10-1" class="reference"><a href="#cite_note-Trockenmauern-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Sie bieten weitere Lebensräume für wärmeliebende Reptilien wie Mauereidechsen, Smaragdeidechsen, <a href="Blindschleiche" title="Blindschleiche">Blindschleichen</a>, <a href="Waldeidechse" title="Waldeidechse">Waldeidechsen</a>, Zauneidechsen, <a href="Glattnatter" class="mw-redirect" title="Glattnatter">Glattnattern</a>, <a href="Kreuzotter" title="Kreuzotter">Kreuzottern</a> oder <a href="Aspisviper" title="Aspisviper">Aspisvipern</a><sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Sind <a href="Feuchtbiotop" class="mw-redirect" title="Feuchtbiotop">Feuchtbiotope</a> angelegt, findet man Amphibien wie <a href="Wechselkr%C3%B6te" title="Wechselkröte">Wechselkröte</a><sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, <a href="Erdkr%C3%B6te" title="Erdkröte">Erdkröte</a> oder <a href="Springfrosch" title="Springfrosch">Springfrosch</a>.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auch Insekten finden geeignete Lebensbedingungen. In einigen Fällen haben sich sogar besondere Beziehungen zwischen Pflanzen und Tieren der Rebflur entwickelt: Der <a href="Osterluzeifalter" title="Osterluzeifalter">Osterluzeifalter</a> besiedelt fast ausschließlich alte Weinberge, da seine Raupen sich von der <a href="Gew%C3%B6hnliche_Osterluzei" title="Gewöhnliche Osterluzei">Gewöhnlichen Osterluzei</a> ernähren, die vor allem dort vorkommt.<sup id="cite_ref-Reben_9-1" class="reference"><a href="#cite_note-Reben-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In Rebgassen, die heute auch im konventionellen Weinbau vermehrt begrünt werden, um beispielsweise <a href="Erosion_(Geologie)" title="Erosion (Geologie)">Erosion</a> und Nährstoffauswaschung zu verhindern, finden sich Spinnen und Insekten, die wiederum Vögel und Reptilien anlocken.<sup id="cite_ref-Neue_Arten_5-3" class="reference"><a href="#cite_note-Neue_Arten-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Hecken verbessern das Mikroklima, sind Windschutz und gleichzeitig Nahrungs-, Brut- und Rückzugsort zahlreicher Tierarten.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Wichtig für eine Strukturdiversität, die wiederum auch eine hohe Artenvielfalt begünstigt, ist der Erhalt von Weinbergsmauern, Solitärgehölzen, Gebüschgruppen und unbefestigten Wirtschaftswegen.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Wichtig ist außerdem der zurückhaltende Umgang mit <a href="Pestizid" title="Pestizid">Pestiziden</a>: In Deutschland macht der Weinbau nur 0,8&nbsp;% der landwirtschaftlich genutzten Fläche aus, verbraucht mit rund 30 kg pro Hektar und Jahr aber 13,2&nbsp;% aller Pestizide.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ein großes Problem dabei ist die Resistenzbildung. Viele Arten entwickeln Anpassungsmechanismen und geben dank der erhöhten Überlebenschancen diese Eigenschaften an Nachkommen weiter.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Untersuchungen haben gezeigt, dass auf landwirtschaftlichen Flächen die Artenvielfalt durch den Einsatz von Pestiziden und <a href="Fungizid" title="Fungizid">Fungiziden</a> etwa halbiert wird.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im humiden Klima Mitteleuropas ist es dabei kaum möglich, gänzlich auf Fungizide zu verzichten, da ein ertragsvernichtender Pilzbefall ohne Fungizide praktisch unausweichlich ist. Der öko-zertifizierte Weinbau muss auf synthetische Pestizide verzichten. Er greift auf andere Präparate zurück, v.&nbsp;a. kupferbasierte Wirkstoffe. In vielen Weinbergböden sind die Kupfermengen aufgrund der historischen Gaben heute sehr hoch und können kaum gesenkt werden. Absolut verzichtbar ist die Unterstockbehandlung mit <a href="Herbizid" title="Herbizid">Herbiziden</a> im konventionellen Weinbau. Insgesamt be- bzw. verhindert der Pestizideinsatz nicht nur die Biodiversität, sondern auch alternative Bewirtschaftungsoptionen, wie etwa den Einsatz von Schafen im Weinberg – letzteres gilt sowohl für den konventionellen, also auch öko-zertifizierten Weinbau.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auch im konventionellen Weinbau gibt es viele Möglichkeiten, ohne Effizienzverlust tier- und pflanzenverträglich zu wirtschaften<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder Schädlinge auf natürliche Weise einzudämmen.<sup id="cite_ref-Lebensraum_8-2" class="reference"><a href="#cite_note-Lebensraum-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> So konnte auf baden-württembergischen Weinanbauflächen durch die <a href="Verwirrmethode" title="Verwirrmethode">Verwirrmethode</a> zur Eindämmung des <a href="Traubenwickler" class="mw-disambig" title="Traubenwickler">Traubenwicklers</a> der Insektizideinsatz so gut wie auf Null zurückgeführt werden.<sup id="cite_ref-Naturerlebnis_7-1" class="reference"><a href="#cite_note-Naturerlebnis-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine hohe <a href="Biodiversit%C3%A4t" title="Biodiversität">Biodiversität</a> ist im Weinberg somit auch wirtschaftlich bedeutsam.<sup id="cite_ref-Neue_Arten_5-4" class="reference"><a href="#cite_note-Neue_Arten-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rekorde">Rekorde</h2></div>
<p>Der höchstgelegene Weinberg nördlich des Alpenhauptkammes befindet sich in <a href="Saalbach-Hinterglemm" title="Saalbach-Hinterglemm">Saalbach-Hinterglemm</a> im <a href="Land_Salzburg" title="Land Salzburg">Land Salzburg</a> in <a href="Weinbau_in_%C3%96sterreich" title="Weinbau in Österreich">Österreich</a>. Hier wachsen Reben bis auf einer Höhe von 1.212 <a href="Meter_%C3%BCber_Adria" title="Meter über Adria">m.ü.A.</a><sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch in <a href="Visperterminen" title="Visperterminen">Visperterminen</a> im <a href="Kanton_Wallis" title="Kanton Wallis">Kanton Wallis</a> in der <a href="Weinbau_in_der_Schweiz" title="Weinbau in der Schweiz">Schweiz</a> wachsen Reben in großer Höhe (1.150 <a href="Meter_%C3%BCber_Meer" title="Meter über Meer">m.&nbsp;ü.&nbsp;M.</a>). Höhergelegene europäische Weinberge finden sich in <a href="S%C3%BCdtirol_(Weinbaugebiet)" title="Südtirol (Weinbaugebiet)">Südtirol</a>, <a href="Weinbau_in_Zypern" title="Weinbau in Zypern">Zypern</a><sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und <a href="Weinbau_in_Spanien" title="Weinbau in Spanien">Spanien</a>.
</p><p>Den nördlichsten Weinberg der Welt reklamieren <a href="Alaska" title="Alaska">Alaska</a>, <a href="Finnland" title="Finnland">Finnland</a>, <a href="Lettland" title="Lettland">Lettland</a>, <a href="Norwegen" title="Norwegen">Norwegen</a> und <a href="Schweden" title="Schweden">Schweden</a> für sich.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<p>Die nördlichsten traditionellen Weinbaugebiete stellen heute die beiden ostdeutschen Anbaugebiete <a href="Sachsen_(Weinbaugebiet)" class="mw-redirect" title="Sachsen (Weinbaugebiet)">Sachsen</a> und <a href="Saale-Unstrut-Region" class="mw-redirect" title="Saale-Unstrut-Region">Saale-Unstrut</a> dar. Auch in <a href="Hamburg" title="Hamburg">Hamburg</a> am <a href="Stintfang" title="Stintfang">Stintfang</a> und in <a href="Schleswig-Holstein" title="Schleswig-Holstein">Schleswig-Holstein</a> auf <a href="Neuwittenbek" title="Neuwittenbek">Gut Warleberg</a> am <a href="Nord-Ostsee-Kanal" title="Nord-Ostsee-Kanal">Nord-Ostsee-Kanal</a> wird auf kleinen Flächen erfolgreich Wein angebaut. Reaktivierte alte Weinberge gibt es in <a href="Hitzacker" class="mw-redirect" title="Hitzacker">Hitzacker</a> (<a href="Wendland" title="Wendland">Wendland</a>) und im <a href="Havelland" title="Havelland">Havelland</a> um <a href="Werder_(Havel)" title="Werder (Havel)">Werder</a>.
</p><p>Der traditionsreiche Weinbau in Niederschlesien bei <a href="Zielona_G%C3%B3ra" title="Zielona Góra">Zielona Góra</a> (früher Grünberg) (Polen) war zeitweise fast ganz erloschen; seit der Jahrtausendwende wurden aber drei neue Weingüter gegründet, zwei bei Mielęcinie (früher Pfaffendorf), heute Ortsteil der Gemeinde <a href="%C5%BBar%C3%B3w" title="Żarów">Żarów</a>, und eines bei <a href="%C5%9Awidnica" title="Świdnica">Świdnica</a> (Schweidnitz).
</p><p>Seit den 1960er Jahren wird auch im Süden von <a href="Weinbau_im_Vereinigten_K%C3%B6nigreich" title="Weinbau im Vereinigten Königreich">England</a> Wein angebaut.
</p><p>In <a href="Weinbau_in_Belgien" title="Weinbau in Belgien">Belgien</a> gab es vom 18. Jahrhundert bis um 1960 nur noch einen einzigen Weinberg bei <a href="Huy_(Belgien)" title="Huy (Belgien)">Huy</a>.
</p><p>In Holland, Dänemark und Schweden wird in geringem Umfang kommerzieller Weinbau betrieben. Dieser erfolgt jedoch nicht in großflächigen und geschlossenen Weinbergsarealen, sondern ist sehr zersplittert.
</p><p>Südlichste Weinbauregionen sind die Insel <a href="Weinbau_in_Australien#Tasmanien" title="Weinbau in Australien">Tasmanien</a> sowie die Südinsel von <a href="Weinbau_in_Neuseeland" title="Weinbau in Neuseeland">Neuseeland</a>. Auch in <a href="Weinbau_in_Chile" title="Weinbau in Chile">Chile</a> werden gegenwärtig Weinberge sehr weit südlich angelegt.
</p><p>Als <a href="Steillagenweinbau" title="Steillagenweinbau">steilste</a> Weinberge Europas gelten der <a href="Engelsfelsen" title="Engelsfelsen">Engelsfelsen</a> in der <a href="Ortenauer_Wein" title="Ortenauer Wein">Weinbauregion Ortenau</a> an den Hängen des <a href="Nordschwarzwald" title="Nordschwarzwald">Nordschwarzwalds</a> mit 75° und der <a href="Calmont#Weinbau" title="Calmont">Bremmer Calmont</a> an der <a href="Mosel_(Weinbaugebiet)" class="mw-redirect" title="Mosel (Weinbaugebiet)">Mosel</a> mit 68° Neigungswinkel.<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der tiefstgelegene Weinberg liegt unter Meereshöhe am <a href="Totes_Meer" title="Totes Meer">Toten Meer</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Weinbergh%C3%BCter" title="Weinberghüter">Weinberghüter</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Vineyards?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Weinberge</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Weinberg" class="extiw external" title="wikt:Weinberg">Wiktionary: Weinberg</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Weingarten" class="extiw external" title="wikt:Weingarten">Wiktionary: Weingarten</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=4065141-1">Literatur von und über Weinberg</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
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</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://steiermark.orf.at/news/stories/2756306/">Erfolg für Winzer im Uhudler-Streit</a> auf ORF Steiermark vom 7. Februar 2016, abgerufen am 7. Februar 2016.</span>
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</li>
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</li>
<li id="cite_note-Neue_Arten-5"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Neue_Arten_5-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Neue_Arten_5-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Neue_Arten_5-2">c</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Neue_Arten_5-3">d</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Neue_Arten_5-4">e</a></sup></span> <span class="reference-text">Sophie Ryser: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://naturschutz.ch/news/weinberge-neue-arten-entdeckt/68381">Weinberge: Neue Arten entdeckt</a>, abgerufen am 30. November 2013.</span>
</li>
<li id="cite_note-Lebensraum_Weinberg-6"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Lebensraum_Weinberg_6-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Lebensraum_Weinberg_6-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.naturschutz.landbw.de/servlet/is/77027">Lebensraum Weinberg</a>, abgerufen am 30. November 2013.</span>
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</style><span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=http%3A%2F%2Foekologische-gutachten-handke.de%2Fpdf%2FForschungsprojekt4.pdf">Original</a></span> (nicht mehr online verfügbar) am <span style="white-space:nowrap;">3.&nbsp;Dezember 2013</span><span>;</span><span class="Abrufdatum"> abgerufen am 30.&nbsp;November 2013</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AWeinberg&amp;rft.title=Anwendungsm%C3%B6glichkeit+eines+Zielartenkonzepts+in+einem+nieder%C3%B6sterreichischen+Weinbaugebiet+-+Pflege+und+Erhalt+von+Weinbergsb%C3%B6schungen&amp;rft.description=Anwendungsm%C3%B6glichkeit+eines+Zielartenkonzepts+in+einem+nieder%C3%B6sterreichischen+Weinbaugebiet+-+Pflege+und+Erhalt+von+Weinbergsb%C3%B6schungen&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fweb.archive.org%2Fweb%2F20131203074528%2Fhttp%3A%2F%2Foekologische-gutachten-handke.de%2Fpdf%2FForschungsprojekt4.pdf&amp;rft.creator=Karl-Georg+Bernhardt%2C+Klaus+Handke%2C+Marcus+Koch%2C+Daniel+Laubhann%2C+Hans-Martin+Berg%2C+Michael+Duda%2C+Helmut+H%C3%B6ttinger%2C+Rudolf+Klepsch%2C+Manfred+Pintar%2C+Heimo+Schedl&amp;rft.publisher=Naturschutz+und+Landschaftsplanung+37%2C+%287%29&amp;rft.date=2005&amp;rft.source=http://oekologische-gutachten-handke.de/pdf/Forschungsprojekt4.pdf">&nbsp;</span></span>
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